Volker Ziegler

 

Schaue ich in meine Vitrine im Wohn- zimmer, so stelle ich fest, dass ich mich schon seit meiner Kindheit für Gesteine, Mineralien, Muschel- und Schneckengehäuse sowie andere Spuren der Natur aus Gebirgs- und Küstenlandschaften unterschiedlicher Klimazonen interessiert habe. Auf der Mineralien- und Fossilienbörse war ich von Michaels Vortrag und Durchsicht von Proben im Binokular über die vielfältigen Mikroorganismen der Meere mit wunderschönen Gehäuseformen und Farbmustern so stark begeistert, dass ich nun seit 2015 in der Mikropal mitwirke. Ich wundere mich noch immer, dass ich  während meines Geographiestudiums nie irgendetwas über dieses Thema gehört und auch  keine Materialprobe (Kalkgrube, Aufschluss, Flussufer, Meeresstrände) mit der Lupe betrachtet habe – weder auf Exkursionen noch auf Urlaubsreisen.

Viel Freude bereitet mir das Aussortieren der Mikrofossilien aus Proben verschiedener Länder und Küsten aus unterschiedlichen Zeitepochen sowie das Beschäftigen mit dem Aufbau der Tiergehäuse, der Biologie sowie Lebensweise der jahrmillionenalten und rezenten Meeresorganismen. Mein Ziel ist es, die besondere Formen- und Artenvielfalt der (ehemaligen) Warm- und Kaltmeere kennen zu lernen und besser zu verstehen.

Die Faszination für die ehemalige „kleine Natur“ ergänzt bei mir die Motivation für das Fotografieren und aktive Erleben der heutigen „anderen Natur“, deren Schönheiten und Wunder.

Dr. Marc Theodor

Ich interessiere mich schon von Berufs wegen für Mikrofossilien und bin seit 2012 in der Arbeitsgruppe Mikropaläontologie. Während meines Studiums der Geologie habe ich Foraminiferen kennengelernt und bin seitdem auch nicht von ihnen losgekommen. Um nun aber im wissenschaftlichen Alltag nicht das Interesse und den Blick für die Schönheit dieser Mikrofossilien zu verlieren, genieße ich die Treffen der Arbeitsgruppe.

Cai Uso Wohler

Seit 2016 engagiere ich mich bei den Mikropaläontologen in Hamburg.

Als Sandsammler bin ich beim Betrachten und Fotografieren meiner Sande durch Mikroskope immer wieder über Foraminiferen gestolpert. Dies veranlasste mich, weiterführende Informationen über Foraminiferen zu sammeln.

Derzeit beschäftige ich mich sowohl mit rezenten als auch mit fossilen Foraminiferen und versuche mich über die Fotografie hinaus an der Bestimmung der einzelnen Gattungen und Arten.

Meine Fotos findet ihr unter www.sandphoto.de

Werner Baubkus

Nach 25 Jahren Sklavenarbeit in der Computerindustrie war 2010 ein wirklich sinnstiftendes Hobby notwendig. Und wo kann man reisen (zu den Fundorten) und Männerspielzeug (Mikroskope, Chemiekalien, Kameras, REM) besser kombinieren als in der Mikropaläontologie? Glücklicherweise bin ich dann schnell bei den Hamburger Mikropaläontologen gelandet, wo sich, insbesondere beim Thema Foraminiferen, ein erhebliches Knowhow anzapfen läßt. Daneben hat man im Verein auch Zugriff auf Sand-/Bohrproben aus der ganzen Welt, da neben den von den Mitgliedern aus dem Urlaub mitgebrachten Proben über Michaels Netzwerk viele Kontakte zu Wissenschaftlern und Instituten bestehen.

Mein Schwerpunkt ist dabei die  Fotografie der kleinen Schätzchen, von denen ja viele deutlich kleiner als 1 mm sind.

Dieter Ketelsen

Über den Umweg Mineralogie bin ich zunächst auf das Thema Fossilien gestoßen. Schnell wurde die Vitrine zu klein. So mussten also die Sammelobjekte kleiner werden. Das brachte mich zu den Mikrofossilien, mit dem Schwerpunkt Foraminiferen. Otolithen, Ostracoden, Conodonten, Placoidschuppen u.s.w. werden aber auch nicht liegen gelassen.Besonderen Spaß bereitet dabei die Aufarbeitung der Proben aus den unterschiedlichsten Zeitaltern.

AG Foraminiferen der Oberkreide

Wir sind eine Arbeitsgruppe von Mikropal und vom foraminifera.eu Project. Wir wollen einen Katalog von Foraminiferen der Oberkreide erstellen. Im Umkreis von 200km um Hamburg gibt es eine Menge an Fundstellen der Oberkreide.

Wir besuchen die Aufschlüsse von Lägerdorf, Misburg, Höver, Rügen, Mön etc. und holen uns Oberkreidematerial. Zuhause werden die Mikrofossilien extrahiert und Foraminiferen fotografiert. Bei monatlichen Treffen besprechen wir die Bestimmungen. Dazu haben wir uns von befreundeten Wissenschaftlern und aus dem Netz eine umfangreiche Literatursammlung zugelegt. Dr. Peter Frenzel von der Universität Jena hat uns gestattet alle 650 Bilder aus seinem Buch über Maastricht Foraminiferen von Rügen zu nutzen (siehe Bild links oben).

Unsere aktuellen Ergebnisse sind auf www.foraminifera.eu auf www.sandphoto.de zu sehen. Am 18.9.2017 berichtet Werner bei mikropal über Funde aus Lägerdorf, Grube Saturn.

Wir treffen uns einmal im Monat an einem Samstag. InteressentInnen sind herzlich willkommen, sofern sie zu einer Mitarbeit bereit sind :).

Michael Hesemann

Seit 2009 interessiere ich mich für Mikrofossilien. Ich sammle schwerpunktmäßig Foraminiferen und beschäftige mich mit Ihrer  Bedeutung in der Stratigraphie, Paläontologie und Klimaforschung.

Mit „the foraminifera.eu project“ habe ich ein internationales Netzwerk geschaffen, dass dem Austausch von Proben und Infos sowie gemeinsamer Feldarbeit besteht. Als Ergebnis der Arbeit steht im Netz ein kostenloser Foraminiferen Katalog unter www.foraminifera.eu

In der Mikropal habe ich kenntnisreiche Kollegen gefunden, mit denen  ich an gemeinsamen Projekten arbeiten kann, zahlreiche praktische  Anregungen bekomme und viel Spaß habe.

Ich bin Schriftführer der Mikropal.

Unser Konzept

Bei unseren monatlichen Treffen gibt es mal (Kurz-)Vorträge und mal offene Arbeitsabende. Die erste halbe Stunde ist zum allgemeinen Austausch über neueste Funde, Bearbeitungen, gemeinsame Vorhaben, Beantwortung von Fragen und Einführung von Neuen da. Außerdem baut sich jeder die im ZSU zur Verfügung stehenden Binoklare auf.

Nach einem Vortrag wird dazu passendes Material verteilt und untersucht. In der Regel kann sich jeder davon was mitnehmen und zuhause weiter bearbeiten. Die Vortragenden bringen Literatur mit. Bei offenen Abenden wird mitgebrachtes Material untersucht oder wir greifen auf unseren Probenbestand zurück.

Im Laufe vieler Abende erhalten Anfänger und Profis vielfältige Anregungen, Infos und Proben um sich mit Mikrofossilien ernsthaft oder locker zu befassen. Eine gewisse Mitarbeit wird erwartet. wer z.B. an 11 Abenden Proben mitgenommen hat, darf auch gerne mal am 12. Abend selbst was mitbringen, z.B. aus dem Urlaub oder Besuch einer Fundstelle. Das Material darf dann auch gerne gewaschen sein :).

Binokulare und Arbeitsmaterialien werden gestellt. Tütchen, Dosen, Mikrozellen und Etiketten zum Abtransport der Mikrofossilien, Sande und Proben sollte jeder selbst mibringen.

Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Bei regelmäßiger Teilnahme sollte dem Naturwissenschaftlichen Verein Hamburg für 25€ pro Jahr beigetreten werden, dessen Arbeitsgruppe die Mikropal ist.

Interessenten werden in den Emailverteiler aufgenommen. Mail an Michael: michael [at]foraminifera.eu

 

 

Programm 2017

PDF zum Download: 2017 AG Mikropaläontologie Jahresprogramm

16. Januar: Offener Arbeitsabend
Durchsicht von Proben

20. Februar: Blue Hole, Rotes Meer
Einführung mit Durchsicht von wissenschaftlichen Proben 
Axel Reichert

20. März: Mein Weg von der Astronomie zu den Foraminiferen
Cai-Uso Wohler von sandphoto.de 

24. April: Offener Arbeitsabend
Durchsicht von Proben

15. Mai: Neues vom Foraminifera.eu Project (www.foraminifera.eu)
mit interessantem Material 
Michael Hesemann

Mai/Juni: Frühjahrsexkursion 
organisiert von Werner Baubkus

19. Juni Bernsteininklusen
Einführung zum Baltischen Bernstein
mit Stücken und Fotos von Werner Baubkus

17. Juli Offener Arbeitsabend 
Durchsicht von Proben

21. August Offener Arbeitsabend 
Durchsicht von Proben

Sept./Okt. Herbstexkursion in Planung

18. September Mikrofossilien aus Lägerdorf, Grube Saturn
Forams, Haizähne, Ostrakoden, Muscheln etc.
Werner Baubkus

16. Oktober Die Foraminiferen der Eozän/Oligozän-Grenze von Atzendorf (Sachsen-Anhalt) 
Vortrag: Dr. Marc Theodor / Probendurchsicht

20. November Offener Arbeitsabend
Durchsicht von Proben

11. Dezember Offener Arbeitsabend 
Durchsicht von Proben

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, Arbeitsmaterialien und Proben werden kostenlos gestellt, mitgebrachte Proben sind willkommen. An den Abenden wird nach den Vorträgen an Proben gearbeitet.